VfL Kutenhausen 1945, 1946, 1947
Der offizielle Gründungstag des VfL Kutenhausen war der 21. September 1945. Als einer der ersten Vereine im Kreis Minden wurde die Neugründung auch satzungsgerecht festgelegt. Der Verein hatte 54 Gründungsmitglieder, die sich vor der Vereinsgründung einer Entnazifizierung zu unterziehen hatten. Alle 54 kamen durch. Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: 1.Vorsitzender: Wilhelm Rethmeier 2.Vorsitzender: Werner Vauth Kassierer: Hermann Danziger Geschäftsführer Wilhelm Reuter Die Herrichtung eines Gemeindesportplatzes im Diek kostete 1945 erhebliche Energie und Durchsetzungsvermögen, denn in dieser Notzeit wurden alle Wiesen und Felder für die Ernährung von Mensch und Tier benötigt. Eine nasse Diekwiese wurde von dem Bauern Gieseking gepachtet, in wochenlanger Handarbeit drainiert und mit Fußballtoren und Sprung- gruben versehen. Die fachkundige Leitung lag in den bewährten Händen des fußballbegeisterten Platzwartes und Schachtmeisters Wilhelm Sensmeier. Bälle und Schuhwerk konnten nur auf dem Schwarzmarkt gegen Naturalien, Schnaps oder Tabak erstanden werden. Zu allen Spielen wurde mit dem Fahrrad gefahren, ganz selten mit einem gecharterten Holzkraftlastwagen. Eine Kluft wurde durch die Teilnahme der Spieler am Maskenball der Wäschefabrik Poll organisiert.
Der spielerische Auftakt war ein 8: 2 Sieg über Ovenstädt. Die im Kreis Minden spielenden Mannschaften wurden in 4 Gruppen eingeteilt. Die ersten 3 Mannschaften jeder Gruppe sollten später die 1. Kreisklasse bilden. VfL Kutenhausen wurde leider durch sehr großes Pech – nicht spielerisch – in seiner Gruppe nur vierter, da ein Fausteinlagekampf im Spiel gegen die Soldatenmannschaft 888 Minden 6 Minuspunkte einbrachte. Zu der Mannschaft gehörten: Tor. Bruno Wischmeier, Verteidiger: Werner Vauth, Wilhelm Pennigroth (Waordie), Läufer: Willi Wiese, Hermann Wiese (Paopenmürker), Willi Altvater (Paogemah), Stürmer: Wilhelm Rohlfing (Schinken), Hermann Rohlfing (Wilharms), Walter Röthemeyer (Döffer), Willi Seele (Witte), Wilhelm Reuter.
So spielte man in der Saison 1946/1947 mit der 1. Mannschaft in der neu gebildeten II. Kreisklasse.
Das vom VfL Kutenhausen veranstaltete Kranzreiterfest zählte am 9. August 1947 731 und am lo. August 1947 772 Besucher.
Im Jahr 1947 wurde eine Damenhandballmannschaft aufgestellt, zu der folgende Spielerinnen gehörten (Ehenamen in Klammern): Lenchen Danziger (Karl), Lina Danziger (Vanselow), Martha Danziger (Bütow), Helga Meyer (Gieseking), Inge Langenkämper (Pook), Lore Gieseking (Schonhofen), Lisbeth Rathert (Mohrhoff), Hanna Rathert (Rathert), Inge Vauth (Schwier), Else Gieseking (Rodenberg), Kätchen Viett (Lührmann), Mariechen Sensmeier (Wehking), Gerda Hersemeier (Borgmann)
Trainer: Willi Kruse (”Null”)
VfL Kutenhausen 1948, 1949
Unter dem Vorstand: 1.Vorsitzender: Wilhelm Reimler 2.Vorsitzender: Werner Vauth Kassierer: Hermann Danziger Geschäftsführer: Wilhelm Reuter gelang der 1. Mannschaft in der Saison 1947/1948 durch ein mit 5: 1 gewonnenes Entscheidungsspiel gegen Barkhausen der Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Die damalige Meistermannschaft spielte in folgender Besetzung: Keese, Vauth, Wullbrandt, Lachtrup, Riesler, Merkert, Rohlfing, Gatzke, Röthemeyer, Reuter, Seele.
In der Saison 1948/1949 belegte der Vfl. Kutenhausen in der I. Kreisklasse unter 11 Mann- schften den 8. Platz.
Im Jahr 1948 hatte der VfL Kutenhausen 184 Mitglieder.
VfL Kufenhausen 1950, 1951
In der Saison 1949/1950 belegte der VtL Kutenhausen unter 14 Mannschaften in der 1. Kreisklasse den 5. Platz.
1.Vorsitzender: Wilhelm Seele (”Strieker”) 2.Vorsitzender: Werner Vauth Kassierer: Willi Damm Geschäftsführer: Wilhelm Reuter
Das Spiel VfL Kutenhausen: TFC Todtenhausen am 08.01.1950 sahen 151 zahlende Zuschauer, die insgesamt 74,05 DM an Eintrittsgeldern zahlten. Dem Verein blieben nach Abzug von 3 % Umssatzsteuern und 5 % Wettspielgebühren noch 62,94 DM.
Die Saison 1950/1951 sah den VfL Kutenhausen als 8. unter 15 Mannschaften.
VfL Kutenhausen 1952, 1953
In der Saison 1951/1952 entging man als 14. unter 16 Mannschaften knapp dem Abstieg. Vorstand: 1.Vorsitzender: Wilhelm Reimler 2.Vorsitzender: Werner Vauth Kassierer: Willi Niemann Geschäftsführer: Wilhelm Reuter
Für die Mitbenutzung der Turnhalle der Minderheideschule, donnerstags von 20.00 - 22.00 Uhr, musste eine Gebühr von 60.00 DM gezahlt werden. Außerdem eine Aufwandsentschädigung von 1,20 DM an die Putzhilfe. In der Saison 1952/1953 erreichte man unter 16 Mannschaften den 8. Platz. Positive Veränderungen ergaben sich für den VfL nach Übernahme der Jugendabteilung durch den Sportkameraden Wilhelm Röckemann. Ihm gelang es, durch unerbittliche Härte gegen sich selbst und seine Jungs, ein Leistungsniveau zu erreichen, das seinesgleichen suchte.
VfL Kutenhausen 1954, 1955
Die A-Jugend errang unter ihrem Trainer Kurt Schinkel den Titel eines Ostwestfalen – Vizemeisters mit folgender Mannschaft: Reinhard Stoffmehl, Helmut Breiter, Werner Netzeband, Reinhard Bittner, Gerhard Radel, Siegfried Witzke, Gerhard Meyer, Werner Wöhrmann, Hermann Gieseking, Bruno Penningroth, Manfred Schreier
Vortand: 1.Vorsitzender: Walter Röthemeyer/Hermann Korte 2.Vorsitzender: Wener Vauth Kassierer: Willi Niemann Geschäftsführer: Wilhelm Reuter
Bereits im Jahr 1954 wurde ein Mehrzweckbau mit Halle auf dem Schulgelände in Kutenhausen geplant. Diese Planung wurde aber nicht verwirklicht. Mit dem Bau der heute vorhandenen Halle wurde 1957 begonnen. Dem VfL Kutenhausen wurde auf Antrag vom 8. Dezember 1958 die Benutzung der Halle dienstags und freitags für die Fu0baller und donnerstags für die Turnabteilung genehmigt.
VfL Kutenhausen 1955, 1956
Nach wechselhaften Erfolgen in den Vorjahren stand bereits am vorletzten Spieltag der Saison 1955/56 die Meisterschaft und damit verbunden der Aufstieg in die Bezirksklasse fest, nachdem der BV Bad Oeynhausen auf eigenem Platz mit 5: 0 geschlagen werden konnte. Der Endstand der Tabelle zeigt VfL Kutenhausen (121: 53 Tore, 48: l2 Punkte) vor Hahlen (105: 54, 43: 17) und SV Eidinghausen-Werste (116: 55, 41: 19) Die Mannschaft spielte zu der Zeit in folgender Aufstellung: Breiter I, Breiter II, Netzeband, Borgmann, Gieseking I, Wöhrmann, Meyer, Gieseking II, Stoyke, Barner, Spilker.
Vorstand: 1.Vorsitzender: Hermann Korte 2.Vorsitzender: Werner Vauth Kassierer: Willi Niemann Geschäftsführer: Wilhelm Reuter
VfL Kutenhausen 1956, 1957 Die Saison 1956/57 wurde mit der Aufstiegsmannschaft fortgesetzt, hinzu kam aus der A-Jugend Manfred Schreier. Nach einer derben 7: 1 Niederlage zu Beginn der Rückserie am 27.01.1957 bei MSV 05 wurde erstmals Torwart Reinhard Stoffmehl eingesetzt, den man per Telegramm freitags von der Bundeswehr herbei beordert hatte. Die letzten 9 Spiele der Saison wurden ohne Niederlage mit einem Punkteverhältnis von 5: 3 abgeschlossen. Höhepunkt war das Spiel gegen Ennigloh vor ca. 3000 Zuschauern 1 : 1 endete und dadurch MSV zum Meister machte. Auf der „Uchter Landstraße” war kein Durchkkommen. Obwohl es für den VfL Kutenhausen unter Trainer Kurt Schinkel um nichts mehr ging, war es ein Kampf wie um die Meisterschaft. Für die Saison 1957/19S8 wurden 3 Senioren-, 2 Jugend- und 1 Knabenmannschaft gemeldet. Zu dieser Zeit feierte der VfL Kutenhausen sein 50-jähriges Bestehen und damit auch fußballerisch seinen bisher größten Erfolg durch einen 5. Platz in der ersten Bezirksklassen- Saison. Dies war auch gleichzeitig die Basis für eine weitere Aufwärtsentwicklung.
Vorstand 1.Vorsitzender: Hermann Korte 2.Vorsitzender: Werner Vauth Kassierer: Willi Niemann Geschäftsführer: Wilhelm Reuter
Hervorzuheben ist in der Saison 1956/1957 der Erfolg der 2. Mannschaft. Sie wurde mit folgenden Spielern Meister der III. Kreisklasse und stieg in die II. Kreisklasse auf: Wilhelrn Altvater, Helmut Geerken, Horst Breiter, Werner Netzeband, Heinz Wolting, Heinrich Schamerloh, Horst Lohmeier, Fritz Borgmann, Heinz Damke, Manfred Wolf, Siegfried Witzke und Betreuer Wilhelm Rohlfing.
VfL Kutenhausen 1958/1959
Dem bewährten Trainer Kurt Schinkel gelang es, die junge 1. Mannschaft sowohl sportlich als auch menschlich noch fester zusammenzufügen. Eine wesentliche Voraussetzung für die sich einstellenden Erfolge war aber auch die gute Zusammenarbeit innerhalb des unennüdlichen Vorstandes. Zur 2. Saison in der Bezirksklasse wurde die l. Mannschaft mit Mittelstürmer Speckmann aus Petershagen verstärkt. In den ersten 5 Spielen stand TW Stoffmehl wegen eines Lehrganges bei der Bundeswehr nicht zur Verfügung, er wurde durch Werner Netzeband würdig vertreten. Im letzten Spiel der Hinserie wurde der Tabellenzweite Pr. Oldendorf auf eigenem P1atz mit 6: 0 gesch1agen. Höhepunkt war das drittletzte Spiel gegen den Tabellenzweiten Vlotho, der nur 2 Punkte zurücklag. Nach einigen Tagen in der Sportschule Barsinghausen wurde direkt der Platz in Kutenhausen angesteuert und Vlotho mit 4: 0 nach Hause geschickt. Damit war die Meisterschaft praktisch entschieden. Kurios endete das letzte Spiel der Saison gegen die SV Eidinghausen-Werste, die auch von Kurt Schinkel trainiert wurde. SVEW brauchte unbedingt noch einen Punkt, um den Klassenerhalt zu sichern. Gegen starken Wind spielend führte Kuten- hausen zur Pause 4: O, Endergebnis 4: 4. Nur einer hatte nicht mitbekommen, um was es ging, er kämpfte wie verrückt und war am Ende total genervt über die vielen Gegentore. Nachdem der VfL Kutenhausen in der Saison 1956/57 der Mindener Spielvereinigung 05 zum Aufstieg in die Landesliga verhelfen konnte, glückte nunmehr selbst der Sprung in die nächsthöhere Spielklasse. 1. VfL Kutenhausen (85: 33 Tore, 40: 12 Punkte) vor Vlotho (667: 48, 33: 15) und FT Dützen (66: 61, 31: 21)
Vorstand 1.Vorsitzender: Hermann Korte 2. Vorsitzender: Werner Vauth 1.Kassierer: Karl Gieseking 2.Kassierer: W. Niermeyer Geschäftsführer: Heinrich Spilker Sozialwart: Willy Borgmann
Das erste Landesligajahr 1958/1959 begann unter ungünstigen Vorzeichen, da beide Außen- stürmer ausfielen. Gerhard Meyer (Rechtsaußen) brach sich im ersten Freundschaftsspiel in Leteln ein Bein, und Manfred Schreier (Linksaußen) zog mit Familie zurück nach Bottrop. Die erste Halbserie wurde mit 7: 21 Punkten abgeschlossen. Die Rückserie konnte aufgrund spielerischer Steigerung und des zurückgekehrten M. Schreier sowie der englischen Gastspieler Colin Kirby und Peter Mc Mair mit einem Punkteverhältnis von 14: 14 abgeschlossen werde. Höhepunkt war das 9: 1 über den Tabellendritten BV Bad Lippspringe. Dramatisch der letzte Spieltag: VfL Kutenhausen lag als viertletzter einen Punkt vor SuS Herford und musste selbst zum Meister Union Herford. SuS Herford spielte bei MSV 05. Nach einem Unfall von TW Stoffmehl mußte sein Vertreter A. Duffert abends auf einem Zeltfest gesucht werden. Das Spiel wurde trotz @ter Leistung mit 1: 2 verloren. Da sich aber MSV für die Saison 57/58 mit einem 1:0 Sieg bedankte, war der Klassenerhalt gesichert. Besser schnitt man in der erstmals geführten Fairnesstabelle der Landesliga ab. Hier belegte man mit nur 4 Strafpunkten den 4. Platz. Durchschnittlich sahen 850 Zuschauer die Spiele an der Uchter Landstraße. Trainer war wie in den Jahren zuvor Kurt Schinkel.
VfL Kutenhausen 1960, 1961
Am 1.1.1960 hatte der Verein 188 Mitglieder. Die guten Leistungen der letzten Halbserie setzten sich in der Saison 1959/1960 fort. Man setzte sich sofort in der Spitzengruppe fest.
Leider mussten die englischen Gastspieler den VfL nach dem ersten Drittel der Saison wieder verlassen, was allgemein bedauert wurde, vor allem wenn Peter Mc Mair nach einem Spiel bei Zah’s zur Gitarre griff und seine Version von, Tom Dooley muss hängen” zum besten gab. Kurios endete das Spiel gegen Lage. Werner Speckmann schoss das 1 : 0 und lief bis ins Tor durch, um sich im Netz festzuhalten. Dabei hielt das Tor seinen Kräften nicht stand und brach zusammen. Die Saison wurde mit einem hervorragenden 3. Platz (30 Spiele, 66: 49 Tore, 36: 24 Punkte) hinter TBV Lemgo (54: 25. 46: 14) und SV Brackwede (66: 32, 40: 20) abgeschlossen. Ein Leckerbissen und Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das Freundschaftsspiel gegen den Zweitligisten SpVg Herten (mit den B-Nationalspielern Graetsch und Barwenzik sowie dem Torwart der Olympiamannschaft). Das Spiel, in dem erstmals die Jugendspieler Stahlhut, Horstmann und Lohmeier eingesetzt wurden, endete nach toller Leistung mit 2: 1 für den VfL. Bei der am 14.’7.1961 stattgefundenen Generalversammlung wurde folgender Vorstand gewählt: 1.Vorsitzender: Hermann Korte 2.Vorsitzender: Willi Röckemann 1.Kassierer: Karl Gieseking 2.Kassierer: Willi Rohlfing Geschäftsführer: Heinrich Spilker 1.Abteilungsleiter: Heinz Gieseking 2.Abteilungsleiter: Hans Horstmann Jugendwart: Willi Borgmann Schülerwart: Willi Rodenberg Knabenwart: Willi Altvater
Bei der Generalversammlung wurde beschlossen, dass jedes Mitglied bei den anfallenden Arbeiten auf dem Sportplatz eine Pflichtstunde ableisten muss und bei Nichterscheinen 3.00 DM zu zahlen hatte. Außerdem wurde durch einstimmigen Beschluss der Monatsbeitrag von 1,00 DM auf 1,10 DM festgesetzt. Der Mehrbeitrag von 0,10 DM sollte den Unterkassierern für ihre Sammlertätigkeit verbleiben. Ferner wurde der Wunsch geäußert, eine Altherrenmannschaft zu gründen. Die Saison 1960/1961 begann ohne Helmut Breiter, den es nach Herford zog. Durch den Aufstieg der FT Dützen waren drei heimische Mannschaften in der Landesliga. Sämtliche Derbys wurden von Kutenhausen gewonnen: Auswärts in Dützen und Minden, jeweils mit 3:0 zu Hause 4:2 bzw. 5:2. Die Saison, die ohne Höhepunkte verlief, wurde mit dem 6. Platz abgeschlossen. Es kamen l 9 Spieler zum Einsatz. Da es in der gesamten Serie nur eine Verwarnung gab, erhielt der VfL Kutenhausen den Fairnesspokal der Landesliga. In dieser Saison wurden auch die Nachwuchsspieler Rainer Wiebesiek, Gerhnrd Rathert und Paul Schmidt, sowie aus Petershagen Udo Niemann und aus Minden Peter Daumann eingesetzt. Als Trainer wurden in dieser Saison Kurt Schinkel (gleichzeitig Trainervertrag in Herford), ab November H. Lindemeier und ab der Rückserie „Opa” Schnitzler eingesetzt.
VfL Kutenhausen 1962, 1963
1962 wurde auf vielfachen Wunsch die Bildung einer Damenriege, die sich insbesondere der Gymnastik, dem Turnen, dem Federballspiel und ähnlichen Dingen widmen sollte, beschlossen. Es traten spontan 26 Damen aus Kutenhausen dieser Riege bei. Zur Gruppenleiterin wurde Ursula Keese und Kassiererin Loni Niemann gewählt. Der Beitrag betrug 1,50 DM pro Monat.
Die Serie 1961/1962 nahm einen sehr guten Verlauf. Als Trainer wurde der Fußballlehrer Reinhard Witthöft unter Vertrag genommen, der das Training der 1. und 2. Mannschaft his zum Ende der Saison leitete. Helmut Breiter kehrte aus Herford zurück und verstärkte die Abwehr. An 8 Spieltagen führte der VfL die Tabelle an, an 17 Spieltagen war die Mannschaft auf dem 2. Platz und an 7 Spieltagen an 3. Stelle. Man erreichte nach 32 Spieltagen 20 Siege, 3 Unentschieden und 9 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 82: 51. Höhe- punkte waren ein 12: 1 gegen die Reserve von Arminia Bielefeld mit 5 Speckmann-Toren sowie Siegen in Lemgo und Lage vor 3.000 bzw. 3.500 Zuschauern. Auch beide Heimspiele gegen diese Mannschaften sowie den Angstgegner Brackwede (vor jeweils 1.500 Zuschauern) wurden gewonnen. Erwähnenswert ist, daß Reinhard Stoffmehl, Heinrich Spilker, Willi Gieseking, Hermann Gieseking und Manfred Schreier während der Saison ihr 100. Meisterschaftsspiel in der Landesliga absolvierten, Die Saison 1962/1963 brachte den Abstieg aus der Landesliga. Verletzungsbedingte Ausfälle, unglückliche Niederlagen deuteten zur Halbserie schon an, da0 der Klassenerhalt kaum zu schaffen war. Hinzu kam, dass einige Stützen der Mannschaft aus privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung standen. Gleich das erste Spiel der Rückserie in Brake/Bielefeld wurde mit 3: 2 verloren, dabei wurden 5 Tore des VfL Kutenhausen nicht anerkannt. So musste man als Drittletzter nach 30 Spielen in der Saison 62/63 mit 44: 64 Toren und 19: 41 Punkten den Weg in die Bezirksklasse antreten.
VfL Kutenhausen 1964, 1965
Im Jahr 1964 nehmen zwei Senioren, eine Jugend- und eine Altherrenmannschaft am Spiel- betrieb teil.
Vorstand: 1.Vorsitzender: Wilhelm Buhrmester 2.Vorsitzender: Werner Wöhrmann Kassierer: Wilhem Rohlfing Geschäftsführer: Heinrich Spilker Jugendobmann: Hans Schmalz
Schöne Anfangserfolge in der Saison 1963/1964 gaben zu der Hoffnung Anlass, ein gewichtiges Wort bei der Meisterschaft in der Bezirksklasse mitreden zu können. Die jungen Spieler waren jedoch nicht in der Lage, eine ganze Saison voll durchzuspielen. Die Serie wurde dann lediglich mit dem 5. Tabellenplatz abgeschlossen. Der Kreis Minden stellte zu der Zeit neun Bezirksligisten, von denen drei abstiegen (Wulferdingsen, Eidinghausen-Werste und Oeynhausen). In der Saison 1964/1965 setzte sich der Niedergang fort. Die Mannschaft hatte sich stark verändert, wertvolle Spieler wie M. Schreier und Speckmann standen nicht mehr zur Verfügung. Nur durch erhebliche Anstrengungen aller konnte zum Saisonende gerade noch der 12. Platz (2 Punkte vor Absteiger Leteln als 13.) erreicht werden. Mit Wirkung vom 1.12.64 wurde wieder Reinhard Witthöft als Trainer der beiden Seniorenmannschaften verpflichtet.
Am 6.3.1965 wurde der letzte Vereinsvorstand des VfL K.utenhausen gewählt: 1.Vorsitzender: Werner Wöhrmann 2.Vorsitzender: Adolf Harnisch 1.Geschäftsführer: Wilhelm Borgmann 2.Geschäftsführer: Werner Stahlhut 1.Kassierer: Wilhelm Rohlfing 2.Kassierer: Wilhelm Altvater Kassierer: Gerhard Keil
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Nach einer amtlich verordneten Kartoffelkäfersuche wollten einige Teilnehmer das triste Dorfdasein ändern. Die Namen Reimler, Reuter, Röthemeier, Rohlfing, Seele, Korte, Wiese und Vauth tauchten hier auf. Man einigte sich schließlich darauf, den schon von 19631-35 entstandenen VfR wieder zu gründen. Am 21.06.1945 spielte man schon wieder Fußball. Die Gründungsversammlung fand am 21.09.1945 statt. Bei dem Genehmigungsverfahren durch die englische Besatzungsmacht musste der gewählte 1. Vorsitzende eine politisch lupenreine Weste haben. Diese Vorraussetzungen erfüllten von 1945-1947 und 1947-1948 die Vorsitzenden Wilhelm Rethmeier und der Malermeister Wilhelm Reimler. Ihnen folgte 1948 Hermann Korte, der nun 20 Jahre das Ruder in die Hand nahm. Die Hauptlast trugen in den Gründerjahren Geschäftsführer Wilhelm Reuter und der 2. Vorsitzende Werner Vauth. Der eine war ein Pfiffikus, der andere ein Mann für alle Fälle. Hermann Danziger war unermüdlicher Kassierer und sein Klapperfahrrad war um Klassen schlechter als die heutigen Stahlrösser. Der 2. Vorsitzende hat die Naturalien des elterlichen Hofes trotz hoher Abgaben oft drastisch ausgebeutet und durch vermehrten Tabakeigenanbau die Mengen erzeugt, um bei jeder Spielersitzung ein Paket Tabak zur Ausbeute zu stellen. Heute kann man über diesen Gemeinschaftssinn lächeln, früher war es für mache Spieler Goldstücke. Unser Mittelläufer Kurt Riesler war damals mit seiner Familie in einer Ecke von Bäckers Saal notdürftig untergebracht und hat von diesem Gemeinschaftssinn profitiert. Der 2.Vorsitzende hatte auch bei Klönabenden mit Spielerfrauen und Bräuten den oft beträchtlichen Restteil an Naturalien für Platenkuchen und selbst gerösteten Roggenkaffee zu sorgen. Für schwarz gebrannten Schnaps gab es andere Fachleute. Spilkers Fritz, Walter Röthemeier, Willi Rohlfing und Herbert Pick waren als Kenner bekannt. Zusammengefahren wurden alle Köstlichkeiten mit unserem braunen Pferd und Geschäftswagen. Die fröhlichen Zusammenkünfte in Zah´s Fritz kleinem Clubzimmer überdauerten alle Sperrstundenzeiten und sind unvergessen. Annemarie Altvater schrieb das VfL-Vereinslied, einen Oldie:
Solange am Portaberge das schöne Denkmal steht, solange wir bei Zah´s noch uns froh im Kreise drehn, solang die Fußballbuben schaun nach Mädchen aus, solang ist die Gemütlichkeit bei uns noch immer zu Haus. Und wo´s gemütlich ist, da klingen die Lieder, und wo´s gemütlich war, da sehn wir uns wieder. Da haben wir uns oft und gern geküsst, da haben wir gemerkt, wie schön die Liebe ist.
Eine nasse Diekwiese wurde von dem Bauern Gieseking gepachtet und in wochenlanger Handarbeit drainiert und mit Fußballtoren und Sprunggruben versehen. Die fachkundige Leitung lag in den bewährten Händen des Sportförderers und Schachtmeisters Wilhelm Sensmeier. Bälle und Schuhwerk konnten nur auf dem Schwarzmarkt gegen Naturalien, Schnaps, oder Tabak erstanden werden. Zu allen Spielen fuhren wir mit dem Fahrrad, ganz selten mit einem gecharterten Holzkraftlastwagen. Eine Kluft wurde durch Teilnahme der Spieler am Maskenball der Wäschefabrik Poll organisiert. Im kalten Winter 1946/47 haben Spieler den Rückweg über die zugefrorene Weser riskiert. Bei den jährlichen Leichtathletiksportfesten wurde mit Begeisterung um den Sieg gerungen. Die Gewinner erhielten eine schlichte Urkunde und alle freuten sich über die erzielte Leistung, Strieker´s Willi kam einmal zu einem abendlichen Vereinssportwettkampf zu spät, zog sich Strümpfe sowie Schuhe aus und sprang barfuß Weitsprungbestmarke des VfL. Die großen Vereinsfeste, auch die gelungenen Maskenbälle fanden jahrelang in Hankurts Saal in Stemmer statt und entfalteten Freudenfeste mit immer familiärem Charakter. Eine von Wilhelm Reimler verfasste Festschrift bei der Weihnachtsfeier 1947 schilderte humorvoll die urwüchsige Verbundenheit aller Mitglieder. Wer erinnert sich nicht an Weber´s Mutter, die in ihrer liebenvollen Art bis nach Mitternacht in Hankurts Küche für uns knackige Würtchen heiß machte und reißenden Absatz fand. Außerdem sorgte sie für die sichere Fahrradunterstellung in einem abgeschlossenen Schuppen. Die notwendigen Abrechnungen zwischen dem alten Hankurt und dem Verein führten besonders zwischen Schinken (Wilhelm Rohlfing) und dem Wirt zu gerissenen kaufmännischen Höhepunkten bei Bier und Schnaps. Ein besonderer festlicher Höhepunkt war das sommerliche Schiebkarrenwettrennen. Sportler des VfL rangen im Laufschritt mit dem Schiebkarren und einem im Hohlraum liegenden unbefestigten Luftballon im Schling am Bahnhof auf einer 100m Rennstrecke in Höhe der Verladerampe vor über tausend Zuschauern um den Sieg. Nur wer mit losem Luftballon in der Karre die Ziellinie erreichte, kam in die Endausscheidung. Fotoaufnahmen von dem Dorfdurchmarsch zeugen noch heute von diesem Spektakel. Das Tanzzelt wurde von Theo Bartsch angemietet. Bei einem dieser Mietverträge zwischen Reuter (VfL) und Bartsch war die Anfahrt nicht vertraglich geregelt. Kurz vor dem Festzelt erschien Bartsch bei mir, als ich mit meinem Pferdegespann beim alten Kageler den Acker pflügte und tet kund: „Wenn ihr das Festzeltzubehör nicht abholt, könnt ihr euer Fest im Mond feier.“ Ich war sehr ärgerlich, überredete nach heftigen Debatten seinen Vater und den Gehilfen Paul und fuhr mit einem Langwagen, die Zeltteile vom Lager des Kohlenhändlers Rohlfing zum Zeltplatz bei Zah´s Fritz zu fahren. Allen war bei der stundenlangen Schufterei der Idealismus gründlich verhagelt. Ein anderes Zeltfest hatte ich ebenfalls in unguter Erinnerung. Kurz vor Festschluss wurde ihm bei einer nicht weit entfernten Rauferei von dem Sportmitglied Friedhelm Wolting mit einem Bierseidel auf seinen Kopf geschlagen. Mit wüst blutender Wunde und heftigen Kopfschmerzen transportierten Sportskameraden mich ins Krankenhaus. Die Wunde wurde ärztlich versorgt, genäht, und ich durfte wochenlang als Klosterbruder durch das Dorf laufen. zum Glück heilte die Gehirnerschütterung schnell und hinterließ vor allem bei meiner Hirnverletzung infolge Kriegsverwundung keine Nachwirkungen. Viele Sportkameraden haben nach Kriegsschluss geheiratet, und da ich über Pferde und Kutschwagen verfügte, habe ich manches Hochzeitspaar zur kirchlichen Trauung gefahren. Mit dem tatkräftigen Jugendwart Willi Röckemann und dem langjährigen Vorsitzenden Hermann Korte, der für seinen Verein lebte, begann in den fünfziger Jahren ein fulminanter Leistungsanstieg. Der erfahrene Trainer Kurt Schinkel gab allen Spielern den taktischen und körperlichen Feinschliff. Gute Charaktereigenschaften waren bei ihm hoch angesiedelt. Eine wohltuende politische Neutralität ist von allen Vorstandsmitgliedern vorgelebt worden und bewahrte den VfL vor hinderlichen Einflüssen. Für einen relativ kleinen Verein war der Aufstieg in die Landesliga die Erfüllung eines Traumes. Ich durfte die verstorbenen Vorsitzenden Rethmeier, Reimler, Reuter und Korte über zwei Jahrzehnte hilfreich begleiten. Die Herrichtung eines Gemeindesportplatzes im Diek kostete 1945 erhebliche Energie und Durchsetzungsvermögen, denn in dieser Notzeit wurden alle Wiesen und Felder für die Ernährung von Mensch und Tier benötigt. Den Turnhallenbau an der Schule konnte ich mit Haken und Ösen anschieben. Es war eine außergewöhnliche Baumaßnahme im nördlichen Kreisgebiet. Das spätere Sportplatzgelände mit holländischem Rollrasen erhielt durch Zupachtung eine geeignete Größe. Hier möchte ich besonders meinen Schwager Adolf Hanisch und Hans Horstmann erwähnen, die viel Zeit und Können bei dem Objekt verwendet haben. Bei der Anlegung und Bewässerung standen wir oft mit wenigen Streitern auf dem Platz.
Tempora mutantur nos et mutamur in ilis. Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen.
geschildert von Werner Vauth (Stand 1998)
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