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Bolzplatz '08  

Ball her und einfach losbolzen wie früher

Minden (mt). Der Regen verschonte die Eröffnungsfeier, stattdessen prasselte Lob in dicken Tropfen auf die Spielvereinigung Kutenhausen-Todtenhausen nieder. Der Grund: In Kutenhausen ist ein weiterer "Bolzplatz" im Fußballkreis Minden feierlich seiner Bestimmung, nämlich den Kindern des Ortes und der Schule, übergeben worden.
Von Marcus Riechmann


So sieht es aus, wenn die Kinder auf dem Bolzplatz Fußball spielen: Alle Mann hinterm Ball her. MT-
(Fotos: Marcus Riechmann) 



Und die nahmen den Platz sogleich in Beschlag. Kaum dass die zahlreichen Ehrengäste nach erfolgreich gehaltenen Reden den Kunstrasen hinter dem Schulgebäude verlassen hatten, stürmten Minis, E- und F-Jugend-Teams von SCKT und Grundschlue den Platz und kickten erfrischend vergnügt den Ball hinterher.

Verein investierte rund 1000 Arbeiststunden

Rund 13 mal 20 Meter misst der Platz. Banden, Fangnetze und Tore rahmen den künstlichen Rasen ein. Ähnlichkeit mit Bolzplätzen früherer Prägung in Hinterhöfen und auf Wiesen hat die Anlage in Kutenhausen nur namentlich sowie - und jetzt wird es wichtig - in seiner Nutzung. Verein, Schule und alle jungen Hobby-Fußballer sollen den Platz nutzen dürfen und "bolzen" wie sie Spaß haben, ganz wie früher eben.

Die Schaffung 1000 solcher Miniplätze im ganzen Land hatte der deutsche Fußballbund DFB nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft ins Visier genommen, jeweils mit 25 000 Euro unterstützt der Verband den Bau jeder Anlage. Insgesamt 260 Bewerbungen haben allein die Klubs in Westfalen abgegeben, 167 Spielfelder werden und wurden in die Förderung aufgenommen und errichtet. Im Fußballkreis Minden wird nun an der Grundschule Porta Westfalica, in Lahde, in Hille, in Eidinghausen und in Kutenhausen gebolzt.


Und so beschaulich sieht es nur das eine Mal aus, wenn der Platz eröffnet wird. Im Gegensatz zu den Grundschülern spielten die Redner keinen Fußball: (hinten von links) Dieter Böttcher (Ältestenrat SVKT), Dirk Franck (Vorsitzender Stadtsportverband Minden), Marie Lousie Buddenbohm (Heimatverein Kutenhausen), Birgit Keil (Ortsvorsteherin Kutenhausen), Ulrike Niemann (Schulleiterin), Bernd Volz (Sportausschussvorsitzender), Michael Buhre (Bürgermeister), Walter Schütte (Vorsitzender Fußballkreisverband Minden), Volker Scholz (FLVW- und DFB-Vertreter) und Friedrich Rodenberg (Vorsitzender SVKT). 



Rund 1000 Arbeitsstunden haben in Kutenhausen Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins in den Bau des Platzes investiert, berichtet SVKT-Vorsitzender Friedrich Rodenberg. "Das war eine ganze Menge Arbeit", sagt er, "Im November 2007 haben wir uns beworben. Die Planungsphase war schwierig, die baurechtliche Situation nicht ganz einfach. Im Juni 2008 haben wir dann mit den Arbeiten begonnen", berichtet er von den Abläufen. Die Stadt Minden und die Familie Schlomann haben das Grundstück zur Verfügung gestellt. Die Anlage komplettiert das Trainingsareal rund um den 1965 angelegten Sportplatz. Für das Training des jüngsten Nachwuchses und für den offenen Ganztag will der Verein den Platz nutzen.

"Man darf dem Verein zum Platz und zur Leistung nur gratulieren", lobte Walter Schütte als Vorsitzender des Fußballkreises das große Engagement des 101jährigen Vereins. Und dann sagte Schütte eine blühende Zukunft des Klubs voraus: "Der Platz wird seinen Teil dazu beitragen, dass die SVKT in den nächsten Jahren nicht mehr nur der mitgliederstärkste Verein ist sondern auch sportlich die Nummer eins im Kreis werden wird."

"Für alle Jugendlichen, die Fußball spielen wollen"

Volker Scholz, als Koordinator für den Schulsport im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen der offizielle DFB-Vertreter in Kutenhausen, lobte ebenfalls die Eigenleistung des Vereins. Er bedauerte, dass andere Anlagen bereits unter der zerstörerischen Tätigkeit von Vandalen gelitten haben und wünschte, "dass das hier nicht passiert." Sodann kündigte er einen Street-Soccer-Cup für Grundschulen auf dem Mindener Marktplatz im kommenden Jahr an. Schließlich erklärte er: "Für alle Jugendlichen, die Fußball spielen wollen, ist dieser Platz offen." Und nur wenige Minuten später, als Bürgermeister Michael Buhre symbolisch ein Flatterband durchschnitten und die Rederschar den Rasen durch die Tür im Tor verlassen hatten, war der Platz frei für seine Nutzer: Dann wurde Fußball gespielt.

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12.11.2008



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